| Druckansicht
Startseite
Aufgaben der PfV
Themen von A-Z
Mitglieder
Häufige Fragen
Kontakt
WuK-Versammlungen
Links
Impressum
Datenschutzerklärung
Themen von A-Z


Konfliktmanagement

Konflikte gehören zu den Realitäten des pfarramtlichen Diensts. Fehlt das geeignete Instrumentarium zum Umgang mit Konflikten und zu deren Beilegung, so kommt es vielfach zu einer „Lösung“ zu Lasten des betroffenen Pfarrers bzw. der betroffenen Pfarrerin durch Aufforderung zum Stellenwechsel oder gar Versetzung in den Wartestand. Eventuelles Fehlverhalten von Kirchengemeinderäten wird demgegenüber selten thematisiert.

Seit 1997 mahnt die Pfarrervertretung ein besseres und gerechteres Verfahren zum Konfliktmanagement an. (zwei Thesenpapiere mit Kritikpunkten und Verbesserungsvorschlägen vom Januar und Oktober 1997).

Im Oktober 1998 veröffentlicht der Oberkirchenrat ein Papier „Umgang mit Konflikten um Pfarrer und Pfarrerinnen“. Es hält zwar immerhin fest, dass Konflikte „nicht von vornherein negativ zu bewerten sind“, benennt aber für den Umgang mit Konflikten nur die rechtlich bestehenden Wege und greift viele Vorschläge der Pfarrervertretung nicht auf.
Insbesondere wird auf die Forderung, dass vor dienstrechtlichen Maßnahmen ein Konfliktbearbeitungsprozess mit einer unabhängigen „Clearingstelle“ vorgenommen werden soll, nicht weiters eingegangen.

Im Mai 2002 stellt die PfV einen umfangreichen Antrag auf Änderung von Pfarrergesetz, Pfarrbesoldungsgesetz und Pfarrerversorgungsgesetz mit dem Ziel, ungerechtfertigte Nachteile für Personen im Wartestand zu beseitigen. Auch die Landessynode erhält diesen Antrag zur Kenntnis.

Im Mai 2003 veranstaltet der Oberkirchenrat in der Evang. Akademie Bad Boll eine Konsultation zum Thema „Konfliktmanagement und Wartestand“, an der auch die Pfarrervertretung (sowie die IG für Rechtsschutz und Gewaltenteilung in der Kirche, die sich mittlerweile gebildet hatte) teilnahmen. Es bestand Einvernehmen mit der Kirchenleitung über die Notwendigkeit der Konfliktbearbeitung im Vorfeld von dienstrechtlichen Maßnahmen. Die Frage der gesetzlichen Verbindlichkeit einer solchen vorlaufenden Konfliktbearbeitung blieb dabei ebenso kontrovers wie die Einrichtung einer unabhängigen Clearingstelle. Der OKR will jedoch, angesiedelt beim Gemeindedienst, einen „Pool“ von Personen erfassen, die für derartige Prozesse, evtl. für ein professionelles Mediationsverfahren zur Verfügung stehen.

Insgesamt gibt es beim OKR Bemühungen, die Handlungsspielräume zu vergrößern durch eine vermehrte Verwendung von beweglichen Pfarrstellen, um Versetzungen in den Wartestand aufgrund von Konfliktsituationen weitestgehend zu vermeiden. (vgl. auch Stichwort „Wartestand“). Die PfV hält es für erforderlich, dass die Kirchenleitung konsequent einen aktiven Umgang mit Konflikten fordert und auch die Kirchengemeinden entsprechend dazu anhält.

Außerdem sind die Dekane und Dekaninnen besser für einen aktiven, transparenten und fairen Umgang mit Konflikten zu qualifizieren. Dem von der PfV immer wieder angemahnten Handlungsbedarf an diesem Punkt steht mittlerweile ein Schulungsprogramm des OKR zum Thema gegenüber.

Christoph Baisch



Thema Konfliktmanagement als pdf downloaden

Zurück zur Übersicht
(Besucher Nummer 622006 seit dem 15.01.2010, 15:00 Uhr)
Sie sind hier -> Themen von A-Z || Webdesign by: http://www.illumus-design.de Seitenanfang